Holzvorrat Rechner

Schätzen Sie den Holzvorrat Ihres Bestandes per Stichprobenverfahren oder Einzelbaumliste. Mit realistischen Bandbreiten.

Holzvorrat schätzen

Wählen Sie die Methode. Beide liefern Schätzwerte mit typischer Unsicherheit.

Stichprobenverfahren
Einzelbaumliste

Gesamtfläche des zu bewertenden Bestandes in Hektar

Empfohlen: mindestens 5 Stichproben pro Hektar

Summe aller Stammvolumen im Kreis geteilt durch Probenanzahl

Achtung: Stichprobenverfahren liefern nur Schätzwerte. Die tatsächliche Genauigkeit hängt von der Probenanzahl, der Verteilung und der Bestandeshomogenität ab. Für verbindliche Inventuren sind professionelle Forstvermessungen erforderlich.

Durchschnittlicher BHD aller Bäume in cm

Achtung: Die Einzelbaum-Schätzung basiert auf einer vereinfachten Formel. Tatsächliche Stammformen variieren stark. Für verbindliche Ergebnisse ist eine professionelle Forstinventur notwendig.

Was ist der Holzvorrat und wozu dient dieser Rechner?

Der Holzvorrat (auch: Vorrat, Bestandesvorrat) ist die Gesamtmenge an Holz, die in einem Waldstück steht. Er wird in Vorratsfestmetern (VFM) oder ErnteFestmetern (EFM) angegeben. Dieser Rechner hilft Ihnen, den Vorrat zu schätzen – entweder durch ein Stichprobenverfahren (repräsentative Kreisflächen) oder durch eine vereinfachte Einzelbaum-Schätzung.

Methode 1: Stichprobenverfahren (Angle-Count-Methode)

Das Stichprobenverfahren ist das Standardverfahren in der Forstwirtschaft. Sie legen im Bestand mehrere Kreisflächen (meist 500 m² = Radius 12,62 m) an und messen alle Bäume im Kreis. Der Durchschnitt wird auf die Gesamtfläche hochgerechnet.

Gesamtvorrat = Durchschnitt pro Stichprobe × Anzahl Stichproben × (Gesamtfläche / (Anzahl Stichproben × 0,05 ha))

Beispiel: 5 Stichproben á 500 m², Durchschnitt 25 m³, Gesamtfläche 1 ha
Gesamtvorrat = 25 × 5 × (1 / 0,25) = 500 m³
Erwirtschaftbarer FM = 500 × 0,8 = 400 FM

Methode 2: Einzelbaum-Schätzung

Sie zählen die Bäume, schätzen den mittleren Brusthöhendurchmesser (BHD) und die mittlere Höhe. Die Formel ist eine vereinfachte Näherung basierend auf der Huber-Formel für einen "Durchschnittsbaum".

Volumen pro Baum = (BHD² / 1000) × (Höhe − 1,3) / 10
Gesamtvorrat = Volumen pro Baum × Anzahl Bäume

Beispiel: 50 Bäume, BHD 30 cm, Höhe 25 m
Volumen/Baum = (30² / 1000) × 23,7 / 10 = 0,9 × 2,37 = 2,13 m³
Gesamtvorrat = 2,13 × 50 = 106,5 m³

Anwendungsbeispiel 1: Vorrat für Verkaufsverhandlungen

Sie möchten einen 2 ha großen Fichtenbestand verkaufen. Sie haben 10 Stichproben (á 500 m²) genommen und einen Durchschnitt von 18 m³ pro Kreis ermittelt.

Gesamtvorrat = 18 × 10 × (2 / 0,5) = 720 m³
Erwirtschaftbarer FM = 720 × 0,8 = 576 FM
Bei einem Holzpreis von 60 €/FM = ca. 34.560 € Roherlös
Hinweis: Dies ist eine Schätzung. Der tatsächliche Erlös hängt von Holzqualität, Sortiment und Marktlage ab.

Anwendungsbeispiel 2: Eigenbedarf für Brennholz

Sie haben einen kleinen Mischwald von 0,5 ha und möchten wissen, wie viel Brennholz Sie jährlich nachhaltig entnehmen können.

Stichprobe: 3 Kreise á 500 m², Durchschnitt 12 m³
Gesamtvorrat = 12 × 3 × (0,5 / 0,15) = 120 m³
Nachhaltige Jahresentnahme (ca. 3% des Vorrats) = 3,6 m³/Jahr
Das entspricht etwa 4–5 Raummeter Scheitholz pro Jahr.
Tipp: Entnehmen Sie nur Totholz und Schwachholz, um den Bestand zu erhalten.

Typische Holzvorräte nach Bestandestyp

BestandestypVorrat (m³/ha)Bemerkung
Jungbestand (bis 40 Jahre)100–250Noch im Wachstum, geringer Vorrat
Mittelalter Bestand (40–80 J.)250–450Optimaler Wachstum, steigender Vorrat
Altbestand (über 80 Jahre)400–700Hoher Vorrat, aber langsames Wachstum
Plenterwald (ungleichaltrig)300–500Kontinuierliche Nutzung möglich
Naturwald (unberührt)400–800Hoher Totholzanteil, nicht wirtschaftlich

Wichtige Hinweise zur Holzvorratsermittlung

Kein exakter Wert: Alle Methoden liefern Schätzwerte. Die tatsächliche Genauigkeit liegt bei Stichproben bei ±15–30%, bei Einzelbaum-Schätzungen bei ±20–40%. Für verbindliche Verkaufsverhandlungen ist eine professionelle Forstinventur erforderlich.
  • Stichprobenanzahl: Je mehr Stichproben, desto genauer. Mindestens 5 pro Hektar, besser 10–15 bei heterogenen Beständen.
  • Stichprobenverteilung: Verteilen Sie die Kreise zufällig oder systematisch über die gesamte Fläche. Vermeiden Sie Kanten, Wege und besondere Standorte.
  • BHD-Messung: Messen Sie den Durchmesser in 1,3 m Höhe (Brusthöhe) mit einer Kluppe. Bei unregelmäßigen Stämmen messen Sie zwei rechtwinklige Durchmesser und bilden den Mittelwert.
  • Formzahl: Die Einzelbaum-Formel verwendet einen vereinfachten Formfaktor. Tatsächliche Formzahlen variieren je nach Baumart, Standort und Wuchsform zwischen 0,4 und 0,6.
  • Erwirtschaftbarer Anteil: Nicht der gesamte Vorrat ist nutzbar. Rindenabzug, Schadholz, Krummholz und Abfall reduzieren den nutzbaren Anteil auf ca. 70–85%.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen VFM und EFM?
VFM (Vorratsfestmeter) ist das gesamte Holzvolumen im Wald einschließlich Rinde, Ästen und Totholz. EFM (ErnteFestmeter) ist der tatsächlich nutzbare Anteil nach Rindenabzug und Aussortierung. Der EFM liegt typischerweise bei 70–85% des VFM.
Wie genau ist das Stichprobenverfahren?
Bei 10 Stichproben pro Hektar und homogenem Bestand liegt die Genauigkeit bei etwa ±15–20%. Bei weniger Stichproben oder heterogenem Bestand (unterschiedliche Altersklassen, Hanglagen) kann die Unsicherheit 30% und mehr betragen.
Kann ich den Rechner für den Holzverkauf verwenden?
Der Rechner liefert eine erste Orientierung für Verhandlungen. Für verbindliche Verkaufsverträge ist eine professionelle Forstinventur durch einen Forstwirt oder Vermessungsbüro erforderlich. Der Käufer wird in der Regel seine eigene Vermessung durchführen.
Was ist der "erwirtschaftbare FM"?
Der erwirtschaftbare FM ist der geschätzte nutzbare Holzanteil. Er berücksichtigt Rindenabzug (ca. 10–15%), Schadholz, Krummholz und Verarbeitungsverluste. Der Faktor von 80% ist ein typischer Durchschnittswert für Fichtenbestände. Bei Buche kann er höher liegen (85%), bei Kiefer niedriger (75%).